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Bundessozialgericht
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Kassel, den 27. August 2015

Medieninformation Nr. 21/15 

 

85. Geburtstag des früheren Präsidenten des Bundessozialgerichts Prof. Dr. jur. Heinrich Reiter

 

 

Prof. Dr. Heinrich Reiter, Präsident des Bundessozialgerichts a.D., begeht heute seinen 85. Geburtstag. Die Entwicklung des deutschen sozialen Rechtsstaats hat er wie kaum ein anderer Zeitzeuge durch sein berufliches Wirken erlebt, begleitet und mitgestaltet

Heinrich Reiter, am 27. August 1930 in Freising geboren, war nach einer dreijährigen Tätigkeit als Referent in der bayerischen Sozialverwaltung seit 1960 Sozialgerichtsrat und Richter am Sozialgericht München. Nach fünfjähriger richterlicher Tätigkeit wurde Prof. Dr. Reiter in das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung versetzt, wo er 1979 zum Leiter der Abteilung Sozialversicherung und Ministerialdirigenten ernannt wurde.

Seit 1. Juli 1984 wirkte Prof. Dr. Reiter als dritter Präsident in der Geschichte des Bundessozialgerichts. Als besondere Herausforderung fiel in seine elfjährige Amtszeit die wichtige Phase der Ausdehnung des Sozialrechts auf ganz Deutschland mit zahlreichen Verfahren aus den fünf neuen Bundesländern, insbesondere aus den Bereichen der Renten- und Arbeitslosenversicherung.

 

 


Über sein Wirken in der Rechtsprechung hinaus betätigte sich Heinrich Reiter als Mitglied der ständigen Deputation des Deutschen Juristentages, als Vorstand des Deutschen Sozialrechtsverbandes und im Kuratorium des Max-Planck-Instituts für ausländisches und internationales Sozialrecht in München. Er war wiederholt und erfolgreich als Schlichter bei Tarifkonflikten, insbesondere in der Druckindustrie, eingesetzt.
 
Heinrich Reiter hat sich an der wissenschaftlichen Dis­kussion über die Entwicklung des Rechts der sozialen Sicherheit mit Fachvorträgen, Aufsätzen und zahlreichen Veröffentlichungen beteiligt. 1990 wurde er zum Honorarprofessor für Sozialrecht an seiner Heimatuniversität, der Ludwig-Maximi­lian-Universität in München, ernannt. Seit 1988 ist er Träger des bayerischen Verdienstordens und wurde bei seiner feierlichen Verabschiedung als Präsident des Bundessozialgerichts am 31. August 1995 mit dem Großen Bundesverdienstkreuz mit Stern und Schulterband aus­gezeichnet. Er lebt mit seiner Ehefrau in Gmund am Tegernsee.