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Bundessozialgericht

BUNDESSOZIALGERICHT - Pressestelle -

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Kassel, den 11. Juli 2011

Medieninformation Nr. 19/11

 

Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht a.D.  Günther Schroeder-Printzen 
verstorben

 

Am 27. Juni 2011 verstarb Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht a.D. Günther Schroeder-Printzen im Alter von 86 Jahren.

Günther Schroeder-Printzen wurde am 28. August 1924 in Hamburg geboren. Nach dem Abitur leistete er von Anfang 1943 bis 1945 Kriegsdienst bei der Marine. Er studierte von 1946 bis 1949 Rechtswissenschaft in Hamburg und legte dort 1950 die erste und 1952 die zweite juristische Staats­prüfung ab. Anschließend wurde er Kammervorsitzender am Oberversicherungsamt Bremen und war von der Errichtung der Sozialgerichtsbarkeit an seit Januar 1954 Richter am Sozialgericht und seit 1964 Richter am Landessozialgericht Bremen.

Im Mai 1967 erfolgte die Ernennung zum Bundesrichter am Bundessozialgericht. Dort war er zunächst Mitglied des für die gesetzliche Krankenversicherung zuständigen 3. und des für das Kassenarztrecht zuständigen 6. Senats sowie ab November 1973 des für die gesetzliche Unfallversicherung und für das Kindergeldrecht zuständigen 8. Senats. Am 1. Februar 1976 wurde Günther Schroeder-Printzen zum Vorsitzenden Richter ernannt und übernahm den Vorsitz im 3. und 6. Senat.

Schroeder-Printzen war Mitglied des Präsidiums und des Präsidialrates sowie von 1969 bis 1972 der erste richterliche Pressereferent des Bundessozialgerichts. Er arbeitete von Anfang an aktiv am Auf­bau der sozialrechtlichen Datenbank beim Bundessozialgericht (Juris) mit und war bis 1989 Mitglied der Dokumentationskommission des Bundessozialgerichts.

Günther Schroeder-Printzen war Herausgeber und Mitarbeiter einer Reihe von bekannten Kommen­taren unter anderem zum Sozialgerichtsgesetz und zum SGB X. Sein Lehrbuch zum allgemeinen Verwaltungsrecht ist in mehreren Auflagen erschienen. Er ist ebenfalls mit zahlreichen wissenschaft­lichen Veröffentlichungen und Vorträgen hervorgetreten.

Im Jahre 1981 wurde er zum Berater einer Arbeitsgruppe beim Bundesministerium für Arbeit und Sozialordnung berufen, welche sich mit der Eingliederung des Rechts der Krankenversicherung in das Sozialgesetzbuch befasste.

Am 30. August 1990 wurde Günther Schroeder-Printzen in den Ruhestand verabschiedet. Der da­malige Präsident des Bundessozialgerichts Dr. Heinrich Reiter überreichte ihm das vom Bundes­präsidenten in Würdigung seiner besonderen Verdienste um Rechtsprechung und Wissenschaft im Bereich des Sozialrechts verliehene Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.

Die Beerdigung fand im engsten Familienkreis statt.