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Bundessozialgericht

BUNDESSOZIALGERICHT - Pressestelle -

Graf-Bernadotte-Platz 5, 34119 Kassel 

Tel. (0561) 3107-1, Durchwahl -460, Fax -474

e-mail: pressestelle@bsg.bund.de

Internet: http://www.bundessozialgericht.de

  

Kassel, den 26. Oktober 2011          

Medieninformation Nr. 27/11

Ausstellung zur Geschichte der Sozialversicherung
im Bundessozialgericht eröffnet

 

Im Rahmen der 43. Richterwoche des Bundessozialgerichts zum Generalthema "100 Jahre Reichsversicherungsordnung" eröffneten am 25. Oktober 2011 der Präsident des Bundessozialgerichts   Peter   M a s u c h   und der Geschäftsführer der Dokumentations- und Forschungsstelle der Sozialversicherungsträger   Dr. Marc   v o n  M i q u e l   die 

 Wanderausstellung "Sozialversicherung in Diktatur und Demokratie".

Die reich bebilderte Ausstellung präsentiert die Geschichte der gesetzlichen Kranken-, Renten- und Unfallversicherung in der Zeit von der Weimarer Republik bis zur Bundesrepublik Deutschland mit dem Schwerpunkt auf der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft. Im Mittelpunkt stehen die jeweiligen gesellschaftlichen Leitbilder der sozialen Sicherung und die Frage, wie sie das sozialpolitische Handeln und die Lebenswelt der Versicherten prägten.

Für die Weimarer Zeit richtet sich der Blick auf die demokratische Aufbauphase, aber auch auf den drastischen Abbau der Sozialversicherungsleistungen während der Weltwirtschaftskrise. Im sog. "Dritten Reich" stand der sozialpolitische Umgang mit den Risiken von Krankheit, Unfall und Altersarmut stets im Zusammenhang mit der Ideologie der "Volksgemeinschaft". Die Grundlage der deutschen Sozialversicherung der Solidargedanke wurde aus ideologischen Gründen außer Kraft gesetzt. Der Schutz, den die Rentenversicherung im Alter bieten sollte, stand nicht mehr unabhängig und ohne Ausgrenzung zur Verfügung. Die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg waren wiederum von der demokratischen Neugründung des Sozialversicherungssystems mit den Leitbildern "Sicherung des Lebensstandards" und "soziale Gerechtigkeit" geprägt.

Mit einem Ausblick auf die Zukunft vermittelt die Ausstellung grundlegende sozialstaatliche Problemstellungen zwischen Ausschluss und Integration, staatlicher und individueller Verantwortung.

Die Ausstellung kann bis 25. November 2011 jeweils montags bis donnerstags von 8 bis 16 Uhr sowie freitags von 8 bis 14 Uhr im Elisabeth-Selbert-Foyer des Bundessozialgerichts, Graf-Bernadotte-Platz 5, 34119 Kassel besichtigt werden.

Der Eintritt ist kostenfrei.