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Bundessozialgericht
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18. Dezember 2012

Medieninformation Nr. 27/12

Präsident des Bundessozialgerichts a.D.

Dr. h.c. Matthias von Wulffen wird 70 Jahre alt

 

Am 19. Dezember 2012 wird Dr. h.c. Matthias von Wulffen 70 Jahre alt.

 

In Lübeck geboren, studierte er von 1964 bis 1968 Rechtswissenschaften an den Universitäten Hamburg und Marburg. 1969 legte er in Hessen die Erste und 1972 in München die Große juristische Staatsprüfung ab. Ab 1973 war er für die bayerische Sozialgerichtsbarkeit tätig und wurde dort 1979 zum Richter am Landessozialgericht, 1985 zum Vorsitzenden Richter und 1986 zum Präsidenten des Sozialgerichts München ernannt.

Dr. h.c. Matthias von Wulffen


Im Juli 1987 wurde Matthias von Wulffen zum Richter am Bundessozialgericht berufen. Hier war er zunächst in dem für Unfallversicherung zuständigen 2. Senat tätig. Mit Wirkung vom 1. September 1995 wurde von Wulffen zum Präsidenten des Bundessozialgerichts ernannt und übernahm gleichzeitig den für Krankenversicherungsrecht zuständigen 1. Senat. Im Dezember 2007 verabschiedete der damalige Bundesminister für Arbeit und Soziales Olaf Scholz den Präsidenten Dr. h.c. Matthias von Wulffen im Rahmen eines feierlichen Festakts in den Ruhestand.

 

Über sein berufliches Wirken hinaus erwarb sich Dr. h.c. von Wulffen bleibende Verdienste durch seine Aufbautätigkeit im Zusammenhang mit dem deutschen Einigungsprozess. In den Jahren 1990/1991 wurde er als Bundesberater für den Freistaat Sachsen zum Aufbau der sächsischen Sozialverwaltung abgeordnet. Er war Mitglied des Unabhängigen Ausschusses Eignungsprüfung für die Übernahme ehemaliger NVA-Offiziere in die Bundeswehr. Hierfür wurde er mit dem Ehrenkreuz der Bundeswehr in Gold ausgezeichnet.

 

Der Fachwelt ist Dr. h.c. von Wulffen als Verfasser zahlreicher Veröffentlichungen bekannt; unter eigener Bearbeitung eines großen Teils des Werkes gab er einen Kommentar zum Zehnten Buch Sozialgesetzbuch ‑ Sozialverwaltungsverfahren und Sozialdatenschutz ‑ heraus. Auf dem Gebiet des Sozialversicherungsrechts brachte er in den Jahren zwischen 1993 bis 2000 als Experte für die Beratung des chinesischen Arbeitsministeriums zur Entwicklung eines gesetzlichen Systems der Sozialversicherung in China seinen ausgeprägten Sachverstand ein. Zahlreiche ehrenamtliche Tätigkeiten kennzeichnen sein sonstiges berufliches Wirken. Beispielhaft seien seine Tätigkeiten als Mitglied im Kuratorium des Max-Planck-Instituts für internationales und ausländisches Sozialrecht München, im Beirat der Alzheimer Gesellschaft Bonn e.V., im Kuratorium des Kasseler Bürgerpreises "Glas der Vernunft", im Hochschulrat der Universität Kassel, im Vorstand der Kasseler Bürgerstiftung und als Vorsitzender des Verbandsausschusses des Deutschen Sozialrechtsverbandes genannt.

Sein besonderes Augenmerk richtete von Wulffen in den letzten Jahren seiner Amtszeit auf die Sanie­rung des Gerichtsgebäudes. Gegen viele Widerstände trieb er mit großem persönlichen Einsatz die Entwicklung voran und stellte die Weichen für die im Jahre 2009 vollendete umfangreiche Erneuerung des "Generalkommandos", die den Erfordernissen eines obersten Gerichtshofes des Bundes Rechnung trägt.

 

Im Juli 2007 wurde Dr. h.c. Matthias von Wulffen das Ehrendoktorat der Universität Kassel für sein wissenschaftliches Wirken und seine Verdienste um die Universität verliehen.

 

Seit 2008 ist er als Vorsitzender einer Schiedsstelle für die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung und seit 2010 ehrenamtlich als Vorsitzender der Schiedsstelle im AKG (Arzneimittel und Kooperation im Gesundheitswesen) tätig.

 

Matthias von Wulffen lebt mit seiner Ehefrau in Baden-Baden.