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Bundessozialgericht
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Kassel, den 9. Oktober 2014

Medieninformation Nr. 30/14

 

Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht a.D.
Werner Hennig verstorben

 

Am 3. Oktober 2014 verstarb Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht a.D. Werner Hennig im Alter von fast 85 Jahren.
 
Werner Hennig, am 15. Oktober 1929 in Hohenstein/Ostpreußen geboren, studierte nach dem Abitur an der Universität Würzburg Rechtswissenschaften und trat nach der Großen juristischen Staatsprüfung im April 1958 in den höheren Verwaltungsdienst der Bundesanstalt für Arbeit ein. Bereits in den Jahren von 1961 bis 1963 war er als wissenschaftlicher Mitarbeiter zum Bundessozialgericht abgeordnet. Im An­schluss daran arbeitete er in der Hauptstelle der Bundesanstalt für Arbeit und übernahm 1965 die Leitung des Grundsatzreferats für Arbeitslosenversicherung; 1966 wurde er zum Verwaltungsdirektor ernannt. In seiner Eigenschaft als Verwaltungsdirektor der Bundesanstalt für Arbeit in Nürnberg war Herr Hennig an den Vorarbeiten zum Arbeitsförderungsgesetz von 1969 beteiligt, dem Zeit seines beruflichen Lebens sein besonderes Interesse galt. Bereits im Jahre 1971 wurde er zum Richter am Bundessozialgericht ernannt.
 
Herr Hennig gehörte dem Bundessozialgericht von März 1971 bis Oktober 1994 an. Seit 1. Februar 1988 war er Vorsitzender Richter des für Arbeitslosenversicherung zuständigen 7. Senats. Im Zusammenwirken mit den Berichterstatterinnen und Berichterstattern dieses Senats wurden unter seinem Vorsitz zahlreiche, das Arbeitsförderungsrecht und sonstige Sozialrecht bis heute prägende Urteile, etwa zur Anwendbarkeit des Meistbegünstigungsgrundsatzes, zur Neutralitätspflicht der Bundesanstalt für Arbeit in Arbeitskämpfen, bei Zahlung von Kurzarbeitergeld und Arbeitslosengeld, zur Gleichwohlgewährung von Arbeitslosengeld bei Ansprüchen auf Arbeitsentgelt sowie zum sozialrechtlichen Herstellungsanspruch oder dem Zuflussprinzip bei der Bemessung des Arbeitslosengeldes, entwickelt und verfasst. Zudem war er Mitglied im Großen Senat des Bundessozialgerichts und des Gemeinsamen Senat der obersten Gerichtshöfe des Bundes.
 
Die Geschicke des Bundessozialgerichts hat er über lange Jahre durch seine Persönlichkeit maßgeblich als Mitglied des Präsidiums, des Richterrats des Bundessozialgerichts, als Vorstand des Vereins der Bundesrichter sowie in besonderer Weise ab 1976 als Vorsitzender des Veröffentlichungsausschusses geprägt. Als Mitglied des Vorstandes des Deutschen Richterbundes hat er die Belange des Bundessozialgerichts auch im Kontext der anderen Gerichtsbarkeiten wahrgenommen. Als Herausgeber und Autor von Kommentaren zum Arbeitsförderungsrecht, zum Sozialgerichtsgesetz sowie dem Handbuch zum Sozialrecht blieb er dem Sozialrecht auch über seinen Eintritt in den Ruhestand im Oktober 1994 hinaus weiterhin literarisch verbunden.
 
Vorsitzender Richter am Bundessozialgericht a.D. Werner Hennig war Träger des Großen Verdienst­kreuzes des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.